Internationale Gebetswoche der Evangelischen Allianz

Ich bin gern auf Reisen. Aber in meiner Familie ging das nicht allen so. Mein Vater war in seiner Freizeit am liebsten zu Hause. Ob das mit seiner Vergangenheit als Flüchtling zu tun hatte?

Es ist ein großer Unterschied, ob wir aus Abenteuerlust, Ferienspaß oder Pilgerfreude unterwegs sind – freiwillig, geplant und auf absehbare Zeit oder ob Not, Angst, Verzweiflung uns zum Aufbruch treiben – ungeplant, unvorbereitet, auf ungewisse Zeit, ohne Ziel und Perspektive für morgen.

Es ist ein Unterschied, ob wir fremde Lebensart im Urlaub kennen lernen und genießen wollen oder ob wir unter der Fremde leiden, halt- und heimatlos geworden sind, fremd sogar uns selbst.

Allianz-Gebetswoche heißt: Viele Christen treffen sich über Kirchen- und Konfessionsgrenzen hinweg zum Beten – in Hannover, überall in unserm Land, europa- und weltweit –, weil kein Ort dieser Welt und keine Not dieser Welt für Gott unerreichbar ist.

Wir wollen zusammen beten, weil Leben mit Gott heißt: Unterwegs sein, bereit sein zum Aufbruch ins Ungewisse wie einst Abraham oder Ruth, wie Jesus oder Paulus.

Jeden Abend dieser Woche laden wir an einen anderen Ort zum Beten ein, weil Jesus – für viele bis heute ein Fremder – durch seinen Tod am Kreuz unser Versöhner geworden ist: mit Gott, mit den Mitmenschen, mit uns selbst und unserer eigenen Lebensgeschichte. Herzlich willkommen zum Gebet, denn „unsere Heimat ist im Himmel“(Phil 3,20).

Gundula Rudloff (Ev. Allianz Hannover)