Meilensteine der Gemeindegeschichte

1843

Ein Handwerker aus Berlin (Heinrich Schimmel), dort Baptist geworden, kommt auf der Wanderschaft nach Hannover und beginnt hier einen Missionsdienst. 4 Menschen wurden in den Ricklinger Kiesteichen getauft.

1848
Die kleine Gemeinde wuchs, ein hauptamtlicher Missionsleiter (Heinrich Bolzmann) wurde nach Hannover berufen.

1854
Am 26. November konstituierte sich die auf 40 Mitglieder angewachsene Schar zu einer selbstständigen Gemeinde.

1873
Gottesdienste fanden zunächst in wechselnden Räumen statt, bis 1873 ein eigenes Versammlungshaus (Bethaus) in der ehemaligen Semmernstraße (in der Nähe des Hauptbahnhofs) erbaut wurde.

1892
Als Folge eines weiteren raschen Wachstums wurde das alte Versammlungshaus abgerissen und an derselben Stelle ein neues Gemeindehaus (mit 450 Sitzplätzen) gebaut.

1939 – 1945
Nach der Machtergreifung durch die NSDAP verhielt sich der Baptistenbund dem Staat gegenüber defensiv und abwartend. Wie viel Zustimmung oder Ablehnung es zum politischen Geschehen unter den Mitgliedern der „Gemeinde Semmernstraße“ gab, dafür gibt es keine Protokollaussagen, jedoch wurden überörtliche baptistische Jugendverbände aufgelöst. Die ELIM Gemeinden in Deutschland wurden 1938 unter staatlichem Druck in den Baptistenbund eingegliedert, 1942 schloss sich der BfC (Bund freier Christen) diesem Bündnis an, das fortan den Namen „Bund Evangelisch Freikirchlicher Gemeinden“ trug. Am 8./9. Oktober 1943 wurde Hannover durch britische Luftangriffe in großen Teilen zerstört, u.a. auch das Gemeindehaus in der Semmernstraße.

1947 – 1955
fand ein Neuanfang des Gemeindelebens in einer Baracke („Notkirche“) statt. Diese Übergangslösung wurde beendet durch den Neubau eines Gemeindehauses in der Walderseestraße 10 gegenüber der Eilenriede. Die Gemeinde hatte zu dieser Zeit 900 Mitglieder.

1955 – 1966
Dieser Zeitraum ist geprägt durch eine eminente Aufbruchsstimmung (1964 = 1393 Mitglieder). Stadtteilgemeinden (Stationen) wurden in und um Hannover gegründet (Barsinghausen, Langenhagen, Neustadt, Misburg, Südstadt, Lehrte), die im Laufe der nächsten Jahre ihre Selbständigkeit erhielten.

1968
entstand das Gebilde der „Gesamtgemeinde“, ein Verbund der hannoverschen Gemeinden, aus der Gemeinde in der Walderseestraße und den selbständigen Stationsgemeinden.

1970 – 1982
Diese Pastorenzeit fällt in eine Zeit des Wandels im kulturellen und politischen Umfeld und bleibt davon nicht unberührt. Baptistische Spätheimkehrer aus der ehemaligen Sowjetunion in ihrer eigenen Lebens- und Glaubensweise kommen in die Gemeinde Walderseestraße und müssen integriert werden. Erstmalig wird eine Frau in die Gemeindeleitung gewählt, auch das ist ein Thema, das die Gemeinde stark herausfordert.

1983 – 1996
Ein Schwerpunkt der Gemeindearbeit dieser Zeit ist ausgerichtet auf Jugendliche und junge Erwachsene, die in großer Zahl die Gemeindeveranstaltungen besuchen. Die Mitgliederzahl erreicht in dieser Zeit die Zahl von 929. Ende der 80er Jahre sind die Gottesdienste regelmäßig überfüllt. Die Gemeinde beschließt einen Umbau des Gemeindehauses (Erweiterung um 200 Sitzplätze).

1996 – 2015
„Mit Wurzeln in die Zukunft“ ist das Motto, das die Gemeinde in die kommenden Jahre führt. In diese Zeit fällt auch das 150 jährige Gemeindejubiläum (2004). 2002 wird das Haus Waldstr. 47 in unmittelbarer Nähe des Gemeindehauses erworben und unter dem Namen “ViWA“ (Villa Waldstraße) für ein Gemeindebüro, für Gruppen und eine KITA (Kindertagesstätte) umgebaut.

2015
Die Gemeinde mietet weitere Räumlichkeiten in der Walderseestraße Nr.7 und beruft einen neuen leitenden Pastor.

 

Mehr Informationen zur Geschichte der Gemeinde finden sich in der Broschüre Mit Wurzeln in die Zukunft. Festschrift 150 Jahre Gemeinde Walderseestraße, Hannover 2004 (82 Seiten).